Viel hat sich verändert in diesen Tagen. In den Kirchen finden keine öffentlichen Gottesdienste statt, Veranstaltungen und Gruppentreffen in den Gemeinden sind abgesagt. Viele Menschen meiden nach Möglichkeit alle nicht unbedingt notwendigen Kontakte und bleiben zuhause, um die Verbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Mancherorts gibt es Ausgangsbeschränkungen. Und dazu die Unsicherheit, die Sorge um liebe Menschen und die eigene Gesundheit und oft auch die berufliche Zukunft.

Es möglich und wichtig, auch (und gerade) in dieser Situation Gemeinschaft im Glauben und seelische Unterstützung zu erfahren. Eine ganze Anzahl von Möglichkeiten dafür finden Sie im Internet. Zusätzlich zu unseren normalen Empfehlungen hier einige Tipps besonders für diese besondere Zeit.

Wenn Sie gerade jetzt jemanden brauchen, der oder dem Sie sich anvertrauen können, ist es z.B. möglich, sich online an Seelsorger/innen zu wenden. Hier auf unserer eigenen Website internetseelsorge.de finden Sie Seelsorgerinnen und Seelsorger „mit Gesicht“ aus mehreren deutschen Bistümern, die Sie über ein sicheres Mailsystem anschreiben können. Da die Seelsorger/innen meist nicht sofort reagieren können, sondern sich etwas Zeit mit der Antwort nehmen, eignet sich diese Form gut für Fragen und Schwierigkeiten, denen Sie mit etwas Zeit auf den Grund gehen möchten.

Ein ähnliches Angebot finden Sie im Haus der Seelsorge des Bistums Münster. Dort gibt es zudem zu bestimmten Zeiten Gruppenchats, bei denen Sie sich mit anderen begleitet von einem Seelsorger/einer Seelsorgerin austauschen können, derzeit auch zur aktuellen Situation um das Coronavirus.

Die Netzgemeinde da_zwischen möchte mit der Aktion „vernetzt vertrauen“ stärkende Gedanken in dieser Krisenzeit und bei Bedarf Kontakt zu Seelsorger/innen anbieten – und teilt auch Geschichten und Gedanken der Nutzer. Der Kontakt ist über mehrere Messenger, Facebook und Instagram möglich.

Auf Instagram sind viele Seelsorger/innen verschiedener Konfessionen unter dem Hashtag #ansprechbar zu finden und über die Nachrichtenfunktion erreichen.

Aus vielen Bistümer und Gemeinden werden Gottesdienste online übertragen. Als Beispiel sei hier die tägliche Übertragung aus dem Kölner Dom genannt: domradio.de streamt werktags um 8 h und sonntags um 10 h eine Messe, derzeit auch um 18 h Rosenkranz und Messe, auch über youtube. Eine unfangreiche Liste gestreamter Gottesdienste hat die Katholische Fernseharbeit auf ihrer Website kirche.tv zusammengestellt. Weitere Angebote finden Sie z.B. über die Facebook-Seiten und Websites der einzelnen Bistümer, zum Teil auch der Orden und geistlichen Gemeinschaften. Die Orden haben ebenfalls interessante Links gesammelt.

Die Möglichkeit, einige Horen des Stundengebets mitzubeten, gibt es z.B. bei der Lingualpfeife Community über youtube. Auf Twitter finden Sie täglich unter dem Hashtag #twomplet ab 21 h ein frei gestaltetes Abendgebet und unter #twaudes ab 7 h ein entsprechendes Morgengebet. Die Gemeinschaft von Taizé überträgt jeden Abend um 20.30 h ein Abendgebet aus ihrer Facebook-Seite.

Die Jesuiten verschicken einen täglichen Newsletter als "ignatianische Nachbarschaftshilfe": täglich einen spirituellen Impuls, Sonntags einen Vorschlag für die Gestaltung eines Hausgottesdienstes. Viele Bistümer bieten auf ihren Websites ebenfalls Vorlagen und Anregungen für Hausgottesdienste an. Und wenn Sie allein sind: Vielleicht können Sie sich auch über Skype oder einen Videochat mit anderen zusammentun und gemeinsam Gottesdienst feiern?

Überhaupt: werden Sie am Besten selbst aktiv und nutzen Sie Ihre im Alltag gewohnten (und vielleicht sogar neue) Kommunikationskanäle auch dafür, sich mit anderen Christen zu verbinden, sich umeinander zu sorgen und sich auszutauschen über das, was Sie bewegt, und auch gemeinsam in der Bibel zu lesen und zu beten. Wenn Sie sich einen solchen Kontakt wünschen, trauen Sie sich ruhig, auch andere, die sie z.B. aus Ihrer Gemeinde kennen, anzusprechen und zu fragen, ob sie daran Interesse haben.

Achten Sie auch auf die Website und evtl. Social-Media-Kanäle Ihrer Gemeinde - vielerorts gibt es eigene Gebetsaufrufe, Kontaktangebote und Aktionen, auch zur gegenseitigen Hilfe z.B. beim Einkaufen. Viele Bistümer haben solche und ähnliche Initiativen auch auf ihren Websites gesammelt.

Kommen Sie gesund, zuversichtlich und gut behütet durch diese schwierige Zeit!